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15.03.2016
GKB - fünf Jahre nach Projektstart

Am 24. März 2011 veröffentlichte das GKB eine erste Meldung: "In Bremen wird ein neues hocheffizientes und flexibles Gas- und Dampfturbinen(GuD)-Kraftwerk gebaut. Die mit umweltfreundlichem Erdgas befeuerte Anlage wird eine Leistung von rund 445 Megawatt (MW) brutto bereitstellen. Das Investitionsbudget beträgt etwa 450 Millionen Euro. Nach einer geplanten Bauzeit von 30 Monaten soll das Kraftwerk 2013 den Betrieb aufnehmen." Aus den geplanten 30 Monaten sind jetzt 60 Monate geworden und immer wieder werden Fragen nach der Aufnahme des kommerziellen Betriebs laut. Was führte zu den Verzögerungen der Inbetriebnahme?

Wir sprachen mit Matthias Schaup, Geschäftsführer der GKB:

Herr Schaup, wie kam es zu diesen deutlichen Verzögerungen bei der Fertigstellung?

"Bei der europaweiten Ausschreibung zum Bau des Kraftwerks hatte sich mit GE ein Anbieter durchgesetzt, der im Kraftwerksbau weltweit eine gute Expertise vorzuweisen hat. Für die Bauausführung hat sich GE mit der spanischen Firma Cobra als ARGE-Partner ein Unternehmen ausgewählt, das - wie wir feststellen mussten - leider erheblich mit den technischen Standards in Deutschland zu kämpfen hatte und immer noch hat. Dass dann zum Ende der Inbetriebsetzungsphase im Sommer des letzten Jahres Materialprobleme an einigen Sammlern des Abhitzekessels einen Abbruch des Probebetriebs erforderlich machten, bedeutet voraussichtlich noch mal 12 Monate weiteren Verzug."

Führen die mehrfachen Verzögerungen im Rahmen des Kraftwerksbaus zu finanziellen Mehrbelastungen für die GKB-Anteilseigner?

"Nein und ja. Wir haben bei der ARGE GE/Cobra ein schlüsselfertiges Kraftwerk zu einem Festpreis in Auftrag gegeben. Dass dieses mängelfrei funktioniert, ist die Voraussetzung für die Abnahme durch GKB.

Die Finanzierung des Neubaus war natürlich auf die eigentlich geplante Bauzeit plus einem begrenzten zeitlichen Sicherheitspuffer ausgelegt. Hier mussten wir mit den projektfinanzierenden Banken nachverhandeln und haben kurz vor Weihnachten die entsprechenden Verträge zur Anpassung unserer Projektfinanzierung unterzeichnet. Wir konnten die neue terminliche Situation, die sich aufgrund der Beseitigung des Kesselschadens ergibt, gemeinsam mit den Banken und den Gesellschaftern so in der Projektfinanzierung abbilden, dass jetzt wiederum eine gesicherte Finanzierungssituation besteht. Natürlich ohne dass das Kraftwerk aufgrund des Schadens vorerst Geld verdienen kann, mit dem die Kredite bedient werden können."

Wird das GuD-Kraftwerk , wenn es ans Netz geht, in der Lage sein, Geld zu verdienen?

"Die Marktpreise für Strom aus Gaskraftwerken sind zur Zeit in der Regel nicht kostendeckend, entwickeln sich aber aktuell vorsichtig positiv. Wir gehen darüber hinaus auch davon aus, dass die GuD-Anlage nach der Abnahme auch im Regelenergiemarkt Erlöse erzielen wird."

Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist aktuell für den 1. Oktober 2016 geplant.